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Reinis Shitty Films

Die Gedenkseite für den cineastischen Sondermüll - A German Trash-Movie-Blog


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Samstag, September 26, 2009

Operation Dance Sensation

"Jackson ist Amerikaner und kämpft heldenhaft in Vietnam an vorderster Front. Seine Widersacher aus der eigenen Truppe, ZORC & ATLAS, verraten ihre Ideale und versuchen hinter den feindlichen Linien mit dem Gegner dubiose Waffengeschäfte abzuwickeln. Jacksons Versuch beide unschädlich zu machen scheitert zunächst.

Brandgefährlich als Gegner - die Ninjas
20 Jahre später tauchen beide Schurken in Jacksons Heimatort auf und eröffnen scheinheilig eine Disco. Jackson, mittlerweile alleinerziehender Vater und arbeitsloser Kopfgeldjäger, misstraut den Ganoven von Anfang an. Er stürzt sich ins wilde Nachtleben um der Sache auf den Grund zu gehen. Plötzlich kommt er einem dämonischen Komplott auf die Schliche..."

Brandgefährlich für jeden Kämpfer - die Grenze zwischen den USA und dem Irak
Soweit der offfizielle Pressetext.... Vergesst das Gesplatter von Ittenbach und die Titten von (hüstel... ich meine natürlich "bei") Andreas Bethmann - der einzig wirklich wahre deutsche Amateurstuff kommt von den Gebrüder Gosejohann! "Operation Dance Sensation" ist einfach der Hammerstreifen - mehr Vietnam-Action als bei "Jäger der Apokalypse", mehr Ninjas als bei Godfrey Ho und mehr Jasmin Wagner als bei Blümchen - hier wird die Hütte gerockt (in unserem Fall die Disse von Ralf Eden)!

Brandgefährlich in jedem Bett: Discokönig Ralf Eden
Den Thilo und Simon Gosejohann haben geschafft, was sogar Streifen wie "Scary Movie" nicht gelingt: Einen wirklich sauwitzigen Film auf die Leinwand zu bringen, der nicht nur zitiert, sondern auch eine mörderisch unterhaltsame Story besitzt!
Also - Kommando lautet: Ninjas beseitigen, Film besorgen, ansehen - Befehl!

Sonntag, September 20, 2009

Ator - Herr des Feuers


Es war einmal ein Barbar namens Ator, der seine Schwester heiraten wollte (hüstel). Diese wird jedoch von dem ultimativen und starken goldenen Lidschatten tragenden (hust) Oberbösewicht Dakar entführt. Ator macht sich auf, seine Holde zu befreien und kriegt alsbald Hilfe von einer blonden Amazone (lechz). Beide ahnen noch nicht, dass Dakar als Hüter des Spinnenkultes einen wahren Endgegner für sie bereithält: Eine gigantische Spinne (pfui Spinne)!

Ein Oberschurke mit goldenem Lidschatten und Spinnenfetish - Sachen gibt es...
Manoman, endlich mal wieder ein Film, der so "gut" wie sein Cover ist - ein Cover, beim dem jeder Trashfan nicht nur feuchte Hände bekommt. Ähm... aber nochmal zurück zum Film. Anno 1982 gabt "Conan der Barbar" mit Arnie in der Hauptrolle - nicht nur verdammt cool, sondern auch verdammt erfolgreich.

Dieser Herr (rechts) soll der Oberbarbar sein - Conan würde ihn wahrscheinlich zum Frühstück verschlingen
Dementsprechend gab es kurz danach Massen von billigen Kopien, die natürlich nie an das Original heranreichten, aber für Trashfilmfreunde eine wahre Fundgrube der Glückseligkeit darstellen. Ausgerechnet Splatter- und Rammelfilmkurbeler Joe d'Amato kam auf die glorreiche Idee, mit "Ator" ebenfalls ein Barbarenschinken auf Zelluloid zu kleistern (es gab sogar noch zwei Fortsetzungen). Das Ergebnis: "Ator - Herr des Feuers" rockt in Sachen Trash die Hölle!

Dorfdisse anno 10.000 BC
Schon beim Hauptdarsteller muss man einfach mit irrem Gelächter anfangen. Statt einem Arnold Schwarzenegger wurde ein Bodybuilder als "Ator" verpflichtet (Miles O'Keeffe), der mit seiner Fönfrisur eher nach 80ziger Hardrock-Poser-Combo aussieht (kennt jemand noch "Stryper"? Dann wisst ihr was ich meine...) und als Barbar die ultimative Lachnummer darstellt.

Die Amazone Moon (links): Hat zwar weniger Busen, sieht aber deutlich besser aus
Aber es kommt noch besser: Spätestens bei einer Dorftanz-Szene sieht man mal wieder seinen Teppich aus nächster Nähe und auch ansonsten ist es verdammt schwierig, sich nicht lachend auf dem Boden zu wälzen.

Auf der Liste der Ewig-Besten-Endgegner ganz weit unten: Die schnuckelige Riesenspinne
Wenn dann als Endgegner eine Riesengummispinne (Schwachsinn, hab gerade den korrekten Hinweis bekommen, dass das eher 'nen Pelzbüschel ist) erscheint, bei der man noch die Fäden sieht, ist engültig aus.... Großes Kino, Trashperle, Rock die Hütte, Ansehpflicht, Empfehlung des Jahrhunderts usw. - es fehlen mir einfach die Worte :-)

Donnerstag, September 17, 2009

Jetzt gibt es was auf die Ohren...

Der Link zu meinem Blog ist auf der Homepage von egoFM zwar inzwischen gelöscht worden (war wohl doch zu peinlich ;-) aber dafür kann man sich anhören, was großartiges in der Sendung gesagt wurde (zwar kaum von mir, aber trotzdem großartig :-D)

Dienstag, September 15, 2009

Weitere Details zur heutigen egoFM-Sprechstunde


...so, jetzt gibt es auch 'nen Link zum Thema mit schicken Trailern - guckst du hier!

Montag, September 14, 2009

15.09.2009: The Comeback - quasi im Radio ;-)


Aus aktuellem Anlass wird dieser Blog endlich reaktiviert! Nicht nur dass tatsächlich einige Anfragen kamen (Danke Folks, nettes Feedback ist immer willkommen :-), sondern ich habe auch eine Einladung zur egoFM-Sprechstunde "Der Reiz am Schlechten - Trash-Filme" bekommen! Die Sendung läuft am Dienstag den 15.09.2009 zwischen 21:00 und 23:00 Uhr auf egoFM, Details über Frequenzen findet ihr natürlich auf der egoFM-Hompage - stay tuned!

Samstag, Mai 24, 2008

Giallo Special - Review zu "Hatchet for the Honeymoon"


Gestern hätte ich "arte" vor Freude wieder umarmen können - lieferte uns der "Kunstsender" doch die Deutschland-TV-Premiere von Mario Bavas "Hatchet for the Honeymoon"!
Ein Hackebeil zur Hochzeitsnacht.... definitiv nicht ein Geschenk, was man sich zur Hochzeit wünscht. Leider kriegen diverse Fotomodelle genau dies kurz oder kurz nach ihrer Heirat verpasst. Kein Wunder, der Möder ist John Harrington - Besitzer genau jener Agentur, für die sie alle arbeiteten. Nicht nur dass der Verdacht deswegen schon bald auf ihm fällt, seine eigene Psyche spielt auch immer mehr verrückt. Sein Verlangen zu töten wird immer stärker...

Wer sich ewig bindet... John wird seine Frau einfach nicht los
"Hatchet for the Honeymoon" ist irgendwie... seltsam. Statt eines waschechten Giallos (Mario Bava ist ja mit seinem 1964 gedrehtem "Blutige Seide" quasi der Erfinder des Genres) kommt der Film eher als recht gewöhnnungsbedürftige Mischung aus Giallo, Geistergeschichte, schwarzer Komödie und "Psycho"-Plagiat daher. Die Geschichte wird nicht nur aus Sicht des Mörders erzählt (was dem ganzen doch ein wenig die Spannung nimmt) , sondern der Zuschauer erlebt ebenfalls seine "Ursachenforschung" für die Gründe seiner Taten - leider dürften diese dem meisten erfahrenen Krimifans ziemlich früh klar sein, auch wenn die Lösung wirklich erst zum Schluss gezeigt wird.

Definitiv eine scharfe Braut...
Gewöhnungsbedürftigt sind sowohl die komischen Momente und die Geistergeschichte, die im letzten Drittel des Films noch dazu kommt. Dafür dürfen wir ein herrlich schmierigen Stephen Forsyth als Psychopathen (erinnert irgenwie an American Psycho) und eine sexy Dagmar Lassander als kleines Luder erleben. Und natürlich das, wofür Mario Bava berühmt ist: OPTIK! Die Bildeinstellung, Kompositionen, Kamerafahrten etc... der Mann war in diesem Bereich einfach ein Genie - da verzeiht man diesem Streifen dann doch einige Durchhänger!

Aus der Serie "Die unbeliebtesten Hochzeitsgeschenke"
P.S.: Die Screenshots sind von der hervorragenden DVD von KOCH Media
P.S.P.S.: Am 30.05.08 kommt um 3 Uhr nachts (also eigentlich schom am 31.05.08) auf "arte" die Wiederholung!
P.S.P.S.P.S.: Hier noch der Trailer:




Kleine Änderungen bei „Reinis Shitty Films“

Da der deutsche Gesetzgeber zur Zeit fleißig gegen Filmseiten vorgeht (die Jungs von von den Trashzombies haben jetzt das zweite Mal eine Hausdurchsuchung verpasst bekommen), habe ich in vorauseilendem Gehorsam eventuell Verdächtiges von meiner Seite jetzt entfernt. Für den Fall, dass die neuen Bestimmungen zum Jugendschutz im Bundestag verabschiedet werden, wird es natürlich noch weitere Einschränkungen auf diesem Blog geben.

Habt trotzdem Spaß mit dieser Seite!

Reini

Donnerstag, April 17, 2008

Giallo Special - Review zu "Todeskreis Libelle"

In Mailand treibt mal wieder ein Killer sein Unwesen... statt jedoch der konkurrierenden "Familie" Schuhe aus Beton zu vermachen, hat dieser eher ein etwas seltsames Verständnis von Moral. Seine Opfer sind vor allem Prostituierte, Drogensüchtige und Menschen mit zweifelhaftem Lebenswandel.

Inspektor Scaporella (Paul Naschy) ist stehts in Topform - egal in welcher Lebenslage!
Bevor also irgend jemand aus der Politik ein Opfer des Serientäters wird, übergibt die Polizei den Fall an ihre neue Hoffnung - Hardliner Inspektor Scaporella. Der versucht, beim ersten Indiz anzusetzen: Bei allen Toten findet sich eine Miniaturlibelle....

Jess Franco würde dieser Film bestimmt gefallen ;-)
...was dem Streifen auch so schöne Filmtitel wie "Todeskreis Libelle" oder "A Dragonfly for each Corpse" eingebracht hat. Leider gibt es an diesem spanischen Giallo (zu Abwechslung aber in Mailand gedreht) so einiges zu bemängeln , wie zum Beispiel viele Längen, nicht gerade die Brüllerstory und eine recht schlappe visuelle Umsetzung (selbst diverse C-Klasse Giallis aus Bella Italia machen optisch oft mehr her).

C.S.I. Mailand anno 1974
Was den Film dann aber (vor allem für Trashfans) wieder in die Mittelklasse hebt, sind die derbe deutsche Synchro, lustig-unkorrekter Sexismus, fast schon so viel nackte Haut wie bei Jess Franco und zwei echte B-Movie Ikonen: Erika Blanc und Paul Naschy!

Erzählt mir was ihr wollt, aber der Titelschriftzug sieht stark nach Bastelkurs 5. Klasse aus...
Olle Paule macht als Inspektor Scaporella einen auf Dirty Harry und gibt Vollgas - spätestens wenn er gegen eine naziklamottentragende Rockerbande vorgeht, kann man als Trashfan nur begeistert applaudieren. Erika Blanc ist als liebende und sorgende Gattin ebenfalls in Topform und zeigt auch nackte Tatsachen - wie gesagt ein Duo, welches den ganzen Film rettet!

Quizfrage: Welches Pinup passt nicht ins Bild?
Apropos nackte Tatsachen: Die kamen in der damaligen spanischen Franco-Diktatur nicht ganz so gut an, deswegen entschied sich Regisseur León Klimovsky für einen ungewöhnlichen Schritt: Statt preußisch-korrekt die Zensurschere zu zücken, drehte er die Szenen mit angezogenen Darstellern nach - was man bei "Schnittberichte" auch bewundern kann (hoffentlich liest Erika Blanc niemals die dortigen Kommentare zu ihrem Körper ;-)

Auch ganz großes Kino: Das deutsche VHS-Cover

Sonntag, April 06, 2008

Giallo Special - Review zu "Der Phantom Killer schlägt zu"

Zwischen dem wohlhabenden Peter und seiner gutaussehenden Frau Denise läuft schon lange nichts mehr. Was er jedoch langsam ahnt, ist tatsächlich wahr: Der Liebhaber seiner Frau ist ausgerechnet sein nichtsnütziger Zwillingsbruder John!

Übrigens... Der Phantom Killer schlägt zu
Als ein Ex-Liebhaber von Denise auftaucht und versucht John zu erpressen, spitzt sich die Lage zu. Da Peter ein für Denise ungünstiges Testament verfasst hat, beschließen John und Denise einen teuflischen Plan: Mit Hilfe von Drogen und Suggestion soll Peter in den Wahnsinn getrieben werden, so dass sie beide als Verwalter über sein Geld verfügen können....

In diesem Film gibt es keine Sympathieträger
Dafür dass "Viaje al vacío" schon Ende der sechsziger Jahre verfilmt wurde, ist es ein verdammt krasser Film. Grund dafür sind nicht ein hoher Blutgehalt (ist in der deutschen Fassung eh alles geschnitten) sondern die ziemlich nihilistische Grundstimmung des Films. Moralische Verkommenheit und eine gewisse Gefühlskälte zeigt sich bei allen Hauptcharakteren und in Sachen Sexismus gibt der Film auf ziemlich unangenehme Weise Vollgas.

Zeit für die tägliche Ration Drogen...
Allein schon die Szenen, in denen Peter mit Drogen vollgepumpt wird, weist eine derartig fiese Kälte auf wie man sie höchstens noch aus einigen 80ziger Jahre Schockern kennt. Dazu kommt ein von seiner moralischen Aussage her ziemlich heftiges Ende, dass wahrlich nichts mit den Happy Ends weichgespülter Hollywood-Produktionen gemeinsam hat. Das der Film in der IMDB als "Komödie & Thriller" bezeichnet wird, ist ein Witz.

Ein echtes Biest, aber nett anzusehen: Teresa Gimpera als Denise
Trotz einiger wirrer Stellen ist "The Emptiness all around" des spanischen Regisseurs Javier Setó (auch als Xavier Setó bezeichnet) ein ziemlich gradliniger kleiner dreckiger und extrem zynischer Früh-Giallo. Erstaunlich, dass dieser Streifen trotz der guten Besetzung (US-Seriendarsteller Larry Ward und sexy Teresa Gimpera) und absoluter Spitzen-Filmmusik völlig in der Versenkung verschwunden ist und es nirgends eine offizielle DVD-Veröffentlichung gibt. Wenn man den Film also irgendwo bekommt: Ansehen - aber keine lebensbejahende Kost und erst recht keine Komödie erwarten.

Mehrere optisch gelungene Einstellungen kann "Viaje al vacío" auf jeden Fall bieten

Dienstag, April 01, 2008

Giallo Special - Review zu "Stage Fright - Theater des Todes"

Es war einmal vor langer Zeit... da gab es eine winzige Videothek in der Mariannenstraße in Lichterfelde-Ost, die im Gegensatz zu allen umliegenden Mainstream-Verleihern auch einige sehr seltene Titel im Angebot hatte... Einer davon sprach mich schon immer von Cover her an, da auf ihr ein Killer mit ungewöhnlicher Eulenmaske zu sehen war und auch ansonsten das Tape einen sehr strangen Eindruck machte.

Theater... Theater...
Leider hatte besagte Videothek Öffnungszeiten wie die Post und überlebte den Konkurrenzkampf nicht lange, so dass ich diesen Film nie sehen konnte. Watt hab ick mir doch 'nen Ast gefreut, als ick unterm Titel "Deliria" (erschien auch unter dem Namen "Aquarius") diesen Film als DVD von "Donut Films" in Amsterdam entdecke...

Dieser Killer hat eindeutig einen Vogel ;-)
Nun ja "Stage Fright" ist ehrlich gesagt schon keiner richtiger Giallo mehr, sondern geht dann doch eher in Richtung Slasher, einem Genre für dass ich mich noch nie wirklich richtig begeistern konnte. Dem entsprechend "slasherig" ist die Story: Eine Theaterregisseur beauftragt seine Assistentin, ihn und seine gesamte Truppe im Theater einzuschließen, damit die Gruppe sich endlich auf die Proben konzentriert (Was sagt eigentlich die Gewerkschaft dazu???).

Hohe Schauspielkunst? Fehlanzeige!
Dummerweise schließt er gleich noch einen psychopathischen Killer mit ein, der als erstes die Assistentin ermordet, die als Einzige weiss wo sich der Schlüssel zum Ausgang befindet. Und so wird Eine(r) nach dem Anderen von dem irren Mörder mit der Eulenmaske ziemlich blutig um die Ecke gebracht.

Zumindest optisch hat "Aquarius" einiges zu bieten
Öhm... nee.. also irgendwie.... ist "Stage Fright" nicht so ganz das Gelbe vom Ei! Auf der Haben-Seite sind sicherlich einige sehr spannende Momente, das bizarre Auftreten des Psychopathen, einige wirklich schick anzusehende Bildkompositionen und die cheesy 80ziger Jahre Mucke (und wer auf Gemetzeltes steht, kommt an einigen Stellen auf seine Kosten). Was das Filmvergnügen leider mächtig trübt sind die schlechten Darsteller und der Aufbau des ganzen Streifens.

Unsere Hauptdarstellerin - möglicherweise trauert sie gerade ihrem schauspielerischen Talent hinterher...
Fast eine Viertelstunde lang darf man sich nämlich die Proben eines unfreiwillig komischen Musical ansehen ("Flashdance" war halt damals hipp) und bis zur Mitte des Film ist das Bild meistens völlig statisch (liegt vielleicht daran, dass Trash-Regisseur Joe D'Amato lustigerweise der Produzent des Filmes war, denn der hat auch null Ahnung von dynamischer Kameraführung). Hinzu kommt, dass nach 60 Minuten bis auf die Hauptdarstellerin schon alle das Zeitliche gesegnet haben.

Vorhang auf für einen Mörder...
Glücklicherweise setzt Regisseur Michele Soavi dann mehr auf Spannung und dynamischer Kameraführung, was ihm wesentlich besser gelingt, so dass er seinen ersten richtigen Spielfilm glücklicherweise dann doch nicht völlig versemmelt. Und das Soavi was draufhat, bewies er später mit Filmen wie "The Church" und "Dellamorte Dellamore" auf eindrucksvolle Weise!

Vorhang auf für den Trailer:

Indizierter Film - Verlinkung zum Trailer auf YouTube in Deutschland verboten

Sonntag, März 16, 2008

Giallo Special - Review zu "Sieben Tote in den Augen der Katze"

Und da wir gerade bei Antonio Margheriti sind, gleich noch'nen Giallo von ihm - lustigerweise trägt "Seven Deaths in the Cat's Eye" ja ebenfalls die Zahl "7" im Titel (hätte Margheriti mal 'nen Märchenfilm gedreht, würde der wahrscheinlich "Sieben Zwerge für Schneewittchen" o.ä. heißen ;-). Und von Anfang an ist klar, dass "7 Tote in den Augen der Katze" zum Subgenre der Gothic-Giallos gehört, bei dem alte Grusler à la "Die Stunde wenn Dracula kommt" mit Giallos gekreuzt wurden und deren Endergebnisse oft an Edgar-Wallace-Streifen erinnern ("Die Grotte der vergessenen Leichen" zum Beispiel ... liegt noch ungesehen hier bei mir rum).

Jeder Grufti dürfte seinen Spaß dran haben: Gothic pur!
Zur Story: Die achtzehnjährige Corringa (verdammt gut gehalten: Darstellerin ist die damals siebenundzwanzigjährige "Je t'aime"-Stöhnerin Jane Birkin) kehrt zurück auf das schottische Schloß ihre Ahnen (das übrigens sowas von unschottisch aussieht), wo geheimnisvolle Dinge und seltsame Morde geschehen. Ist ihre Familie wirklich vom Vampirfluch besessen? Anweisung an die Regie "Käutzchen-Ton" bitte einspielen....

Jane Birkin... je t'aime!
Gleich zu den Schattenseiten des Films: Die Handlung ist 'nen echt Witz, als ob man versucht hat einen Edgar-Wallace-Streifen auf'nem Bierdenkel nachzuerzählen. Schuld daran ist auf jedenfall die Tatsache, dass diverse Subplots zwar angedeutet, aber nie aufgenommen werden.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass drei der vier hier anwesenden Damen den selben Frisör haben
Hinzu kommt, dass das Ganze blutarm, bieder (quasi no nudity) und oft ziemlich dröge (Hinweis: Bei Ansehen des Films sollte man sich einige Energy-Drinks bereithalten) inszeniert wurde - selbst einige klassische Edgar-Wallace-Filme bieten wesentlich mehr Sleaze. Und, ich bin zwar kein Katzenkenner, aber dieses räudige Vieh (das als einziger Zeuge aller Morde wird und selber einen Mordanschlag überlebt) sieht pottenhässlich aus! Als Trashfan schon wieder ziemlich lustig fand ich jedoch den Riesenaffen (!), der öfters durch Schloss hüpft :-)

Bekannt und beliebt aus diversen deutschen TV-Krimis: Doris Kunstmann
Pluspunkte: Jane Birkin (lechz!), Anton Diffring (als zwielichtiger Charakter immer gut - siehe "Die Bestie mit dem feurigen Atem") und Gothic-Atmosphäre-pur! Hier gibt es wirklich alles Nebel, Spinnenweben, Fledermäuse, Särge, Katakomben, Fackeln, Gruften, Geheimgänge, Friedhöfe und und und... volles Programm! Das Ganze ist dann auch richtig schön in Szene gesetzt und geschick ausgeleuchtet worden, optisch also ein ziemlicher Augenschmaus.

Der einzige Zeuge jagt gern Mäuse
Eine Anmerkungen noch zu den DVD-Veröffentlichung: Es gibt eine wunderschöne Veröffentlichung von Blue Underground (die einem netterweise auch den Trailer zur Verfügung stellen) und eine recht dubiose Veröffentlichung, die zwar eine gute Bildqualität und den original deutschen Ton besitzt, aber ganz stark nach Bootleg riecht. Wenn man Glück hat, kann man den Film übrigens ab und zu auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bewundern - dafür zahlt man doch gerne GEZ ;-)

Der Blue Underground Trailer von "Seven Deaths in the Cat's Eye":

video

Donnerstag, März 13, 2008

Giallo Special - Review zu "Sieben Jungfrauen für den Teufel"

Ein Internat für gutbetuchte Mädels in den großen Ferien: Nur eine Handvoll Schülerinnen sind nicht zu ihren Eltern gefahren und wollen gemeinsam die Sommertage genießen. Statt sich zu erholen werden ihre Nerven jedoch bald auf eine harte Probe gestellt, da plötzlich ein unbekannter Mörder sein Unwesen treibt und jede von ihnen zu potentiellen Opfern werden lässt!

Und da warens nur noch vier.... falls der Reitlehrer rechts unten auch noch Jungfrau sein sollte
Junge, Junge,... was für ein krasser Film - nicht etwa wegen seines Blutgehaltes (der ganzen Streifen ist sogar ziemlich unblutig) oder seinen nackten Tatsachen (die einzige wirklich längere Szene dieser Art ist eine harmlose Duschszene).

Das beliebte Partyspiel "Ich packe in meinem Koffer" in der unschönen Killervariante
Was diesen Film von 1968 so schräg macht ist seine tiefe Verwurzelung in harmlose 60ziger Jahre Komödien und Liebesschnulzen, so dass der ganze Streifen als Mischung aus Giallo, Edgar-Wallace-Reißer, Sissi und Hanni & Nanni daherkommt - eine doch sehr gewöhnungsbedürftige Mischung :-)

Was passiert, wenn Jugendliche zuviele Horrorfilme gucken...
Auf der Haben-Seite stehen auf jeden Fall die gute handwerkliche Umsetzung (die leuchtenden Farben kommen in dem X-Rated-Release auch richtig schön zur Geltung), die aufwendigen und detaillierten Kulissen, einige sehr stimmungsvolle Szenen ("Psycho"-ähnlicher Badezimmermord am Anfang, Leichenfund in einer Kalkgrube...) und viele gut ausgearbeitete Charaktere.

Badespaß im Killerparadies
Negativ viel mir eher auf, dass viele Szenen im schönsten Sonnenschein spielen und eher eine heitere (und unpassende) Atmosphäre erzeugen, diverse Längen (Liebesgeschichte mit Reitlehrer... schnarch..) und dieser leicht dämliche, für harmlose sechziger Jahre Komödien typische Humor (ist mir irgendwie peinlich, dass ich dann doch einige Male lachen musste ;-).

Ich befürchte, dass es inzwischen in meinem seit einem Jahr nicht mehr besuchten Keller auch so aussieht... grusel...
Insgesamt also ein etwas ungewöhnlicher Frühgiallo, der gut unterhält aber auch einige Male dafür sorgte, dass sich mir die Zehnägel kräuselten. Eigentlich fast schon unglaublich, dass Regisseur Antonio Margheriti später brutale Actionreißer wie "Asphalt-Kannibalen", "Jäger der Apokalypse" und "Kommando Leopard" drehte :-)

Möglicherweise haben die beiden Mädels gerade das Drehbuch gelesen...
Yipieeeh, der Trailer:

Mittwoch, März 05, 2008

Giallo Special - Review zu "And soon the Darkness"

Die beiden Freundinnen Cathy und Jane, zwei junge Krankenschwestern aus England, machen gemeinsam Urlaub in Form einer Radtour durch Frankreich. Leider haben sie sich eine recht langweilige Gegend ausgesucht, so dass es bei einem Picknick in einem kleinen Wäldchen zu einem Streit über Sinn und Zweck des Urlaubs kommt. Wütend radelt Jane davon und kehrt erst einige Stunden später reumütig zurück, doch - Cathy ist verschwunden!

Auch optisch haben die "Tödliche Ferien" einiges zu bieten
Jane macht sich daraufhin immer größere Sorgen um Cathy, den niemand hat sie gesehen. Gleichzeitig taucht jedoch wieder der Unbekannte auf, der sie verfolgt seit dem sie in einen Café ein Foto von ihm gemacht hatten, außerdem streicht eine seltsame Gestalt auf den Feldern umher und ein Einheimische erzählt ihr, dass die Straße vor dem Wäldchen eine "schlimme Straße" sei...

O-Ton Aktenzeichen XY: "Noch ahnen Jane und Cathy nicht..."
"And soon the Darkness" ist ein verdammt cooler Film. Zwar nicht gerade giallotypisch (allenfalls die letzte Viertelstunde) und auch nicht aus Italien (Regisseur ist der Brite Robert Fuest), aber enorm spannend und mit einer interessanten Atmosphäre versehen. Gerade die spärliche Inszenierung und die sehr natürlich wirkenden Hauptdarstellerinnen (Pamela Franklin und Michele Dotrice) sorgen dafür, dass man mit dem Film wirklich mitfiebern kann.

Coole Sonnenbrille... aber kann es sein, dass sich da ein Kameramann drin spiegelt?
Voraussetzung hierbei ist sicherlich, dass man keine Actionszenen (der Film kommt erst gaaaaanz langsam in Fahrt), nackte Tatsachen oder gar harte Gewaltszenen erwarten sollte. Macht man dies nicht, kriegt man richtig fesselnde Krimiunterhaltung geboten, öfter sogar in der ungeschnittenen Fassung unter dem Titel "Tödliche Ferien" im deutschen Fernsehen. Wenn das mal wieder der Fall ist: Bloß nicht verpassen, eine deutsche DVD-Veröffentlichung gibt es bisher nicht (die US-DVD von Anchor Bay ist übrigens spitze).

Wanna take a ride?
Und endlich habe ich auch mal wieder einen Trailer gefunden:

Dienstag, März 04, 2008

Giallo Special - Review zu "Das Geheimnis des magischen Kreises"

Wow..... was für ein Schwachsinn! Es gibt doch tatsächlich Filme, die selbst einen eingefleischten Trashfilmfan wie mich echt noch verblüffen.... Schon die Story dieses Reißers (Originaltitel: "Eroticofollia") ist schon völlig gaga: Der reiche Playboy Peter Cray (Spaghetti-Western Urgestein Anthony Steffen) scheint den ganzen Tag nichts anderes zu machen als Drogen zu nehmen, Parties zu schmeißen und eine Frau nach der anderen flachzulegen.

Der dämliche Gesichtsausdruck diverser Akteure passt ganz gut zum Film ;-)
Eines Nacht begegnen ihn in seinen Träumen seltsame Wesen (lauter Nackte, von denen einer bescheuert umherspringt), die scheinbar Besitz von ihm ergreifen. Statt die Pfoten von den Drogen zu lassen, macht er erst einmal fröhlich weiter, bis ihm eine Frau begegnet, die behauptet dass er sie töten würde.

Das ist definitiv kein magischer Kreis!
Etwas später bringt er sie gegen seinen Willen scheinbar tatsächlich um, doch ihre Leiche ist kurz darauf verschwunden. Stattdessen tauchen bald ein Erpresser, ein ihn jagender Kommissar und eine mit ihm in die Kiste hümpfende Ärztin auf. Hinzu kommen seltsame Leuchtphänomene, lebende Tote, Träume von magischen Ritualen und Telekinese.

Ich weiss einfach nicht, was das Geschmackloseste in diesem Bild ist!
Spätestens nach dem ersten Drittel ist der Film schon sowas von Ballaballa, dass einem der Atem stock. Lustigerweise verheddert sich dann auch das Drehbuch so krass, dass es für Trashfilm-Liebhaber eine echte Freude ist - einfach unglaublich, heutzutage würde wahrscheinlich (leider) kein einziger Produzent auch nur einen Cent in solch eine filmische Katastrophe investieren.

Hach, diese Siebziger.... Freie Liebe und freie Drogen zuhauf
Hinzu kommt, dass nicht nur der Titel (o.k., er hieß ursprünglich "Blutige Magie") mächtig daneben haut (es gibt keinen einzigen magischen Kreis im ganzen Film), der Film hat auch kaum was mit einem Giallo gemeinsam - lediglich die Traumsequenzen erinnern an Giallos mit fantastischen Einschlag wie "Die Farben der Nacht" und "Malastrana", das war es dann aber auch...
Fazit: Giallo? Kaum... Trash? Auf jeden Fall!

Mein absoluter Favorit: Der telekinetische Aschenbecher
P.S.: Leider keinen Trailer gefunden :-(

Mittwoch, Februar 27, 2008

Giallo Special - Review zu "Die Bestie mit dem feurigen Atem"

Trotz des etwas irreführenden Titels haben es wir es hier nicht mit einem Serienmörder mit starkem Mundgeruch zu tun, sondern mit einem Psychopathen, der gerne Säure ins Gesicht seiner Opfer schüttet (was ähnlich angenehm sein dürfte). Gejagt wird der/die/das Unbekannte vom Undercover-Inspektor Norton in High-Society-Kreisen (die Hauptverdächtigen haben alle etwas mit der Schweizer Botschaft zu tun) in - Dublin!

Jack the Rippers würdiger Nachfolger in Aktion!
Nicht nur das der Ort für einen Giallo recht ungewöhnlich ist, ich fand die Dramaturgie dieses Films von 1971 noch viel eigenartiger. Abgesehen von dem Säure- und Schlitzmord am Anfang (die Effekte des Films sind ziemlich billig, aber dennoch recht derbe) passiert fast bis zur Mitte des Films so gut wie gar nichts. Erst nach einer (sehr dynamisch inszenierten) Schlägerei scheint Regisseur Riccardo Freda wieder eingefallen zu sein was er da eigentlich dreht und der ganze Streifen gewinnt (endlich) an Fahrt. Die ganze Story ist zwar dann etwas wirr (Giallo halt), kann aber ganz gut unterhalten.
Was diesen Giallo ebenfalls zu einem Beitrag der Gattung "Gehobene Mittelklasse" werden lässt, sind die hier versammelten Genre-Darstellerinnen und Darsteller - wie z.B. Luigi Pistilli (Der Schwanz des Skorpions, Im Blutrausch des Satans), Dagmar Lassander (Frauen bis zum Wahnsinn gequält), Anton Diffring (Faceless - Besprechung in Kürze) und Werner Pochath (Die neunschwänzige Katze - Review ist gerade in der Mache) , quasi fast alles Leute mit Giallo-Erfahrung. Diese hat der Regisseur zwar nicht (Riccardo Freda war eher bei den Historienschinken zuhause), aber dennoch kann man seine Kameraarbeit als solide bezeichnen -was sich abgesehen von der etwas vermurksten ersten Hälfte auch vom ganzen Film behaupten lässt.

Schon wieder ein Arzt, dem ich nicht unbedingt vertrauen würde
Anmerkung zur deutschsprachigen DVD von "New": Die optische Qualität ist zwar nicht so dolle (VHS-Niveau), aber fairerweise wird auf dem Cover auch darauf hingewiesen. Großes Lob muss man für die deutsche Erstsynchronisation aussprechen: Wirklich gelungen! Außerdem gibt es auf der DVD noch ein Spitzenbonus für alle Ipod-Liebhaberinnen und Liebhaber: Den kompletten Film im MP4-Format!!!

Und......... hier der Trailer: